Main Lauf Cup

Kurzinterview mit Kerstin Straub und Jenny Schulz

Kerstin Straub: "Ich werde versuchen in Frankfurt eine neue persönliche Halbmarathon-Bestzeit aufzustellen!"

Jenny Schulz: "Der Halbmarathon ist eine Standortbestimmung für mich auf der längeren Distanz!"

Kerstin Straub

Jenny Schulz

???: Die Rodgauer Winterlaufserie 2009/10 hat Kerstin Straub (SSC Hanau-Rodenbach) mit zwei Sekunden Vorsprung vor Jenny Schulz (Skills 04 Frankfurt) gewonnen. Bei der Auswertung des letzten Laufs war dem Veranstalter ein Fehler unterlaufen, so dass bei den Frauen zunächst Jenny Schulz als Gesamtsiegerin auf dem Siegerpodest ganz oben stand. Schulz fiel dieser Fehler auf, nach der Korrektur gab sie den Pokal für den Seriensieg an Straub weiter.

Kerstin, wie schätzt du Jennys schnelles und faires Handeln ein?
Jenny, wie ist dein Verständnis von Fairness im sportlichen Wettkampf?

Kerstin Straub: Jennys Verhalten in dieser Situation war wirklich sensationell fair! Ich konnte wegen eines Magen-Darm-Infekts beim letzten Lauf nicht an den Start gehen und kannte ihre Zeit vom letzten Durchgang nicht. Ich habe zum Zeitpunkt der Siegerehrung deshalb auch nicht gewusst, dass ich in Wirklichkeit die Serie gewonnen habe. Dass Jenny sofort nach der Ehrung zum Veranstalter gegangen ist und mit diesem über den Irrtum gesprochen hat, empfinde ich als das „richtige sportliche Verhalten“. Es zeigt, dass sie eine „wahre Sportsfrau“ ist.

Jenny Schulz: Ich denke, dass ich durch dieses Verhalten bei der Winterlaufserie gezeigt habe, dass Fairness für mich im Sport eine Selbstverständlichkeit ist. Dazu gehört für mich auch, dass man Niederlagen eingestehen kann und der Konkurrenz zum Erfolg gratuliert. Während des Wettkampfes spielt Fairness natürlich auch eine große Rolle, so kommt es für mich niemals in Frage zu betrügen, sei es durch Doping oder andere Mittel.

???: Die Rosbacher Main-Lauf-Cup Serie 2010 startet am 14. März mit dem Frankfurter Halbmarathon. Dabei kommt es zum „Duell“ zwischen euch beiden. Seid ihr gut vorbereitet für den Wettkampf? Seht ihr euch eher als „regionale Konkurrenz“ an oder freut Ihr euch, euch mit den „Besten“ in der Region messen zu können?

Kerstin Straub: Nun ja, Schnee und Eis in den letzten Wochen machen eine perfekte Vorbereitung sehr schwer. Aber ich kann mit meiner derzeitigen Form zufrieden sein und werde versuchen in Frankfurt eine neue persönliche Halbmarathon-Bestzeit aufzustellen. Dass Jenny und ein paar andere schnelle Frauen mit am Start sein werden, finde ich spitze. Es stellt einen Ansporn für mich dar. Es gibt nun mal extra in Frankfurt ein Elitefeld, wenn dieses jetzt auch noch dünn besetzt wäre, würde jeder für sich vollkommen alleine laufen und dann hätte ich auch alleine im Wald meine Laufschuhe schnüren können. Dementsprechend freue ich mich natürlich auf ein Kräftemessen zwischen all den schnellen Frauen und hoffe, dass ich mich mitreißen lassen kann und mir auf diese Weise eine gute Zeit als Ergebnis gelingt.

Jenny Schulz: Der Frankfurter Halbmarathon gehört zum Rahmen der Saisonvorbereitung und ist eine erste Standortbestimmung auf der längeren Distanz. Die bisherigen Vorbereitungen verliefen recht gut, so dass ich auch dort mit einem guten Ergebnis rechnen werde - wenn alles glatt läuft. Klar, gehört Kerstin mit zum Kreis der Konkurrentinnen, nur darf man sich nicht nur auf eine konzentrieren. Ich denke mal, der Halbmarathon wird stark besetzt sein und es wird einem nichts geschenkt.

???: Welche Ziele habt ihr für das Laufjahr 2010? Kerstin, steht nach den Gesamtsiegen in den letzten beiden Jahren nun der Hattrick der Main-Lauf-Cup Serie an? Jenny, hast du vor, an der Main-Lauf-Cup Serie teilzunehmen? Oder konzentrierst du dich weiter auf die Duathlon- bzw. Triathlon-Veranstaltungen?

Kerstin Straub: Wie ich auch schon im Portrait mit laufreport.de gesagt habe, möchte ich dieses Jahr alle meine Bestzeiten verbessern. Die 10km Zeit konnte ich in Rodgau-Jügesheim schon auf 36:22 Minuten drücken – vielleicht geht da sogar noch mehr-, meine 3000m Zeit konnte ich in der Halle um zehn Sekunden auch schon auf 10:04 Minuten verbessern und nun werde ich noch die Halbmarathonbestzeit und meine 5000m Zeit ins Visier fassen.
Höhepunkt in meiner Saison werden aber wieder die Deutschen Berglaufmeisterschaften sein, die am 6. Juni in Müllheim am Hochblauen stattfinden werden. Dort werde ich versuchen meinen Juniorenberglaufmeistertitel nun zum vierten Mal zu verteidigen.
Der Main-Lauf-Cup steht als schnelle Trainingseinheit dementsprechend immer wieder zwischen meinen Meisterschaftsrennen. Wenn ich dann noch die Serie zum dritten Mal gewinnen würde, würde ich mich natürlich freuen. Mein Augenmerk liegt aber in dieser Saison ganz klar auf den Meisterschaften.

Jenny Schulz: Meine Ziele für 2010 liegen verstärkt im Triathlonbereich, dadurch wird es mir während der Saison nicht möglich sein, an Läufen der Main-Lauf-Cup Serie teilzunehmen. Evtl. nach Abschluss der Triathlon-Saison (u. a. mit Starts beim 70.3 in Wiesbaden und bei der Challenge in Kraichgau) könnten noch ein paar Läufe in der Region anstehen.

???: Zum Abschluss möchten wir von euch wissen, als welchen Lauftyp ihr euch charakterisieren würdet. Kämpferisch, immer am Limit, ungeheuer akribisch, 100 Prozent professionell, sympathisch?

Kerstin Straub: Sich selbst zu charakterisieren, finde ich immer sehr schwierig, aber für euch will ich es trotzdem einmal wagen (lacht).
Wenn es bei einem Wettkampf um die Wurst geht, dann gehe ich an meine Grenzen, versuche alles zu geben und das auch schon in der Vorbereitung. Ich lege viel Wert auf eine erholsame Nachtruhe und die richtige Trainingsvorbereitung.
Wenn ich jedoch daran denke, wie sich mein kleiner Bruder (ist momentan 19 Jahre alt) auf seine Deutschen Meisterschaften im Natural-Bodybuilding 2009 vorbereitet hat, muss ich den Hut ziehen und über mich persönlich sagen, dass ich noch nicht professionell bin. Bei meinem Bruder Benjamin wird auf die richtige Mischung von Training, Ruhezeiten, Ernährung und jede Menge Schlaf geachtet. 12 Wochen vor dem Wettkampf isst er nur noch nach Ernährungsplan, um das bestmögliche aus seinem Körper herauszuholen. Das ist mir noch nie gelungen. Meine Schwäche für Schokolade und Gummibärchen ist einfach zu groß, um auf meine geliebten Naschereien verzichten zu können (lacht).

Jenny Schulz: Das ist eine recht schwer zu beantwortende Frage. Ich würde zielstrebig noch mit einbringen. Das man auf ein bestimmtes Ziel hintrainiert, dafür die notwendige Disziplin aufbringt und im Wettkampf bis an die Grenzen gehen kann. Es ist aber auch wichtig, die Lockerheit nicht zu verlieren.


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