Main-Lauf-Cup Interview mit Gesamtsieger Steffen Kothe
Steffen Kothe: "Ich suche immer neue Ziele“
Der Rosbacher Main-Lauf-Cup-Gesamtsieger Steffen Kothe im Interview
Der 29-jährige Steffen Kothe steht bereits zwei Rennen vor Saisonende als Gesamtsieger 2010 des Rosbacher Main-Lauf-Cups (MLC) fest. Bereits auf der Zielgeraden ist der Diplom-Meteorologe auch mit seiner Promotion am Institut für Atmosphäre und Umwelt der Frankfurter Goethe-Universität. Wir sprachen mit dem MLC-Titelverteidiger, der in Brandenburg geboren wurde und jetzt in Frankfurt wohnt.
Steffen, herzlichen Glückwunsch zur Titelverteidigung. Wie stark war dieses Jahr die Konkurrenz?
Ganz ehrlich: Es war einfacher, den Titel zu holen als 2009. Was ich nicht gedacht hätte. Aber zum Teil war die Konkurrenz sehr fixiert auf ihre Vorbereitung für den Commerzbank Frankfurt Marathon. Zudem fehlte mein härtester Konkurrent Harald Klein wegen einer Verletzung.
Hast Du einen Lieblingslauf in der Main-Lauf-Cup-Serie?
Alle Läufe haben attraktive Strecken. Aber besonders gerne denke ich an den Hausener Volks-Waldlauf in Obertshausen. Hier gab es immer knappe Rennen, die ich erst im Zielsprint gewinnen konnte. Das waren tolle Ergebnisse mit einer tollen Atmosphäre.
Wie bist Du denn überhaupt zum Laufsport gekommen?
Das ist eine längere Geschichte. Begonnen hat es bei der Bundeswehr, wo das Laufen für mich ein gutes Mittel gegen die Langeweile war. Bereits damals hatte ich mir vorgenommen, einen Marathon zu laufen. 2003 in Berlin war es dann so weit. Mit nur dreimonatiger, aber intensiver Vorbereitung bin ich schließlich an den Start gegangen. Als Marathon-Neuling musste ich ganz hinten im Feld starten und war bis zum Ziel immer nur am Überholen. Bei meiner Zeit von 3:12 Stunden waren das etwa 25.000 Läufer. Das hat Spaß gemacht und war so beeindruckend, dass ich beim Laufen geblieben bin.
Was war bisher Dein schönster und Dein schwierigster Lauf?
Mein schwierigster Lauf war zugleich mein schönster Lauf. Diesen Sommer bin ich auf dem Nürburgring gestartet: 24 Kilometer über die Nordschleife und den aktuellen Grand-Prix-Kurs. Die insgesamt 500 Höhenmeter hatten es in sich. Danach war ich richtig fertig. Aber ich habe den Lauf sogar gewonnen. Das war ein ganz besonderes Erlebnis.
Wie hast Du vom Main-Lauf-Cup erfahren?
Bereits in Brandenburg habe ich an einer Laufserie teilgenommen. Nach meinem Umzug vor drei Jahren nach Frankfurt bin ich zufällig bei einem Wettkampf gestartet, der zur Serie gehörte. 2008 bin ich dann von Beginn an beim Main-Lauf-Cup dabei gewesen.
Ist der MLC-Titelverteidiger 2011 wieder am Start?
Ja, das ist durchaus denkbar.
Was fällt Dir spontan zum Commerzbank Frankfurt Marathon ein?
Ganz klar der Zieleinlauf in der Festhalle. Den habe ich mir als Zuschauer in den vergangenen zwei Jahren aus nächster Nähe angeschaut und dabei die gute Stimmung genossen.
Wann stand denn fest, dass Du am 31. Oktober nach sechs Jahren Abstinenz in Frankfurt wieder einen Marathon laufen wirst?
In Steinberg am 30. Mai hat mich Rolf Trippel von den Bio-Runnern angesprochen. Den Marathon in Frankfurt kannte ich zuvor ja nur als Zuschauer. Wobei ich den Gedanken an einen Start schon länger im Hinterkopf hatte. Ich suche immer neue Ziele - und dann stand die Teilnahme schnell fest.
Wie gehst Du die Umstellung auf den Marathon an?
Es ist keine große Veränderung im Training geplant. Wie bisher gehe ich drei- bis viermal wöchentlich laufen und einmal die Woche im Fitness-Studio auf den Cross-Trainer. Mein langer Lauf am Sonntag wird wohl ein bisschen länger ausfallen, aber ich werde keine Extra-Einheiten absolvieren. Zur Vorbereitung nehme ich noch den Halbmarathon in Offenbach mit.
Mit welcher Zeit rechnest Du in der Festhalle?
Bei meinem letzten Marathon 2004 in Berlin bin ich 2:54 Stunden gelaufen. Mit meinen bisherigen Halbmarathonzeiten habe ich vorsichtig kalkuliert und mir eine Zeit von 2:39 Stunden vorgenommen. Die Spannung ist natürlich groß, da ich sechs Jahre keinen Marathon gelaufen bin und auch weiß, was bei 42 Kilometern alles schief gehen kann.
Wie schätzt Du Dein Entwicklungspotential ein?
Dieses Jahr habe ich mein Ziel, in jedem Lauf schneller zu sein als im Vorjahr, umsetzen können. Ich denke, ein bisschen schneller geht noch. Wobei ich glaube, dass meine Statur keine extremen Verbesserungen mehr zulässt. Zudem esse ich gerne Schokolade, auf die ich nicht verzichten möchte. Aber Ehrgeiz, schneller zu werden, ist da.
(Die Fragen stellte Jens Berghaus)


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