Tagessiege über 10 Kilometer für Michael Völker und Nina Vabic beim 35. Steinberger Volkslauf
Main-Lauf-Cup-Titelverteidiger Steffen Kothe gewinnt Halbmarathon
Es war deutlich zu sehen, was für Streckenverhältnisse herrschten: Fast alle Teilnehmer des Steinberger Volkslaufs erreichten das Ziel mit Schlamm und Dreck verschmierten Schuhen, Strümpfen und Hosen. Dabei hatten die Veranstalter des SC Steinberg, Abteilung Langlauf, noch Glück. Denn während der 35. Ausgabe des Traditionslaufs im Dietzenbacher Stadtteil blieb es überwiegend trocken. Doch unterwegs, auf dem Kurs durch den Wald, war es bisweilen recht glatt und rutschig. Auch in einer Kurve nach etwa 2,5 Kilometern, dort stürzte Michael Völker - und stand wieder auf. Was eine sehr kluge Entscheidung gewesen ist, denn in 35:19,7 Minuten erreichte der 37-Jährige nach 10 Kilometern mit großem Vorsprung als Erster das Ziel. Harald Sattler (RLT Rodgau/37:14,6) und Frank Zimmer (Skills 04 Frankfurt/37:26,6) kamen auf die Plätze zwei und drei. Bei den Frauen gewann Nina Vabic (TSG Kleinostheim) in 41:59,6 Minuten vor Astrid Uhl (42:07,7) und Martina Kurz (43:04,3). Insgesamt beendeten 230 Finisher das 10-Kilometer-Rennen.
Bei der vierten Wettkampfstation der regionalen Laufserie Rosbacher Main-Lauf-Cup in Steinberg war traditionell auch der Halbmarathon ausgeschrieben. Und auch hier gab es einen überlegenen Sieger: den Frankfurter Steffen Kothe in 1:15:11 Stunden. Der aktuelle Main-Lauf-Cup-Gesamtsieger lag mehr fünf Minuten vor Michael Grupp (Skills 04 Frankfurt/1:20:50) und Michael Regele (FC Eichel/1:21:09). Schnellste Frau über 21,1 Kilometer war Svitlana Smitiukh (1:40:59). Heike Noll (Triathlon Rodgau/1:42:01) und Andi Fichtner (Team Sport Röhrle/1:44:17) wurden Zweite und Dritte.
Die 5,2 Kilometer Walking gewannen Elke Karin Aumueller (38:39) und Sigurd Haarstark (41:42). Hier konnten die Veranstalter den ältesten Teilnehmer Günter Röthig (Jahrgang 1925) begrüßen, der die Strecke in 52:41 Minuten bewältigte. Beim Lauf über 5,2 Kilometer ist besonders Lars Ole Steinheimer hervorzuheben, der die Strecke in seinem Handbike in 30:55 Minuten bewältigte. Damit ließ er 15 Läufer/innen hinter sich. Er startete schon 2009 beim Jugendlauf, obwohl er erst jetzt die erste Klasse besucht. Für ihn waren die nassen Wege besonders schwer zu fahren, weshalb seine Leistung noch höher einzuschätzen ist. Gewonnen haben Mohamed El Idrissi (19:46) und Monika Rieser (24:31).
Den Gesamtsieg der Schüler holte sich David Casselmann von der Rudolf-Steiner-Schule. Für die 2,2 Kilometer lange Strecke benötigte er 7:46,1 Minuten. Bei den Mädchen gewann Carina Kluß (LG Eintracht Frankfurt) in 8:48 Minuten, sie kam als Gesamtneunte ins Ziel und ist damit in hervorragender Form. Den Pokal für die teilnehmerstärkste Mannschaft holten sich die Schüler/innen der Heinrich-Mann-Schule. Mehr als 80 Helfer/innen standen u.a. an der Anmeldung, bei der Zeitnahme im Start/Ziel Bereich, als Streckenposten, Helfer an den Wasserstellen, verkauften Kuchen, Würstchen und Leberkäse, verteilten die Preise bei der Siegerehrung.
Insgesamt - inklusive der 173 Schüler/innen, 54 Jedermännern/-frauen und 26 Walker/innen - ergaben sich 642 Finisher. Was ein erkleckliches, aber erklärbares Minus im Vergleich zum Vorjahr (792) war. Denn parallel zum 35. Steinberger Volkslauf fanden im südhessischen Griesheim die hessischen Halbmarathonmeisterschaften statt. Und dort waren viele, ansonsten überaus getreue Main-Lauf-Cup-Teilnehmer am Start.
Der zweite Grund dürfte das Wetter gewesen sein. Wirklich einladend, ganz im Gegensatz zum Kuchenbuffet, sind die äußeren Bedingungen nämlich nicht gewesen. Tagessieger
Völker, 1993 Teilnehmer an den Junioren-Europameisterschaften und mittlerweile nur mehr Langläufer „für den Hausgebrauch“ mit zwei bis drei Trainingseinheiten pro Woche, hatte seiner Frau morgens die Frage gestellt. „Kann ich zum Wettkampf gehen?“ Die Antwort lautete „Ja“. Und ansonsten, bei einem negativem Bescheid? „Dann wäre ich zuhause geblieben.“ Nicht mehr als 20 Kilometer pro Woche läuft der beruflich stark engagierte Firmenberater, „aber eine 33er-Zeit geht immer noch“. Völker, der aus Steinberg stammt und noch immer dort wohnt, hat sich frühzeitig zwischen Hochleistungssport und Beruf entschieden - und den Job gewählt. Jetzt hat er zwei Kinder und betrachtet das bunte Volkslauf-Treiben bisweilen mit gemischten Gefühlen. „Mein Tipp? Auf den Körper hören und nach dem Motto weniger ist manchmal mehr handeln.“
Weniger ist mehr - so hat nach vier von insgesamt zehn Main-Lauf-Cup-Veranstaltungen auch „motion events“, die organisierende Sportagentur um Projektleiterin Petra Wassiluk, entschieden. „Wir haben bei den ersten Wettkämpfen ein Stimmungsbild bei den Vereinen und den Teilnehmern eingeholt“, sagt die zweimalige Olympiastarterin (1996, 2000). Und dabei hat sich ergeben: Recht viele Läufer/innen haben Probleme, bei insgesamt nur noch zehn Veranstaltungen im Jahr 2010 auf die geforderte Zahl von sechs Wertungsrennen zu kommen, um letztlich das Finisher-Shirt zu erhalten. Die sechs punktbesten Läufe gehen auch in die Wertung ein. „Wir haben uns daher entschlossen, das Limit auf fünf herabzusetzen“, sagt Petra Wassiluk.
Der Rosbacher Main-Lauf-Cup 2010 umfasst folgende Wertungsrennen:
14. März Frankfurter Lufthansa-Halbmarathon
24. April Int. Halbmarathon und 10 Kilometer in Wiesbaden-Naurod
22. Mai Schwanheimer Pfingstlauf
30. Mai Steinberger Wald-Volkslauf
25. Juli Hausener Volks-Waldlauf
5. September Int. Volkslauf Mühlheim
19. September Int. Hugenottenlauf Neu-Isenburg
25. September Rodheimer Volkslauf in Rosbach vor der Höhe
17. Oktober Int. Offenbacher Mainuferlauf
31. Dezember Spiridon-Silvesterlauf Frankfurt





Zu Favoriten hinzufügen








