Main Lauf Cup

Andrew Potapczuk: „Das Gemeinschaftsgefühl weiter stärken, damit die Laufkids weiterhin Spaß am Laufsport haben.“

Jugendleiter Andrew Potapczuk

Nachwuchs des SC Steinberg Langlauf

Wir haben mit Andrew Potapczuk, Jugendleiter des SC Steinberg, über den Aufschwung ihres Laufnachwuchs, die Motivation des Nachwuchs, den BBF Junior Main-Lauf-Cup und seinen Lieblingslauf in der Serie gesprochen.


Mit insgesamt elf Schülern (fünf Jungs, sechs Mädchen) war die Nachwuchsabteilung des SC Steinberg der teilnehmerstärkste Verein beim BBF Junior Main-Lauf-Cup 2010. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?


Andrew Potapczuk: In erster Linie ist der Erfolg dem Familienlauf des SC Steinberg zu verdanken. Der Familienlauf wurde von 5 Jahren als Versuch gegründet, mehr Kinder und Jugendliche für den Laufsport zu gewinnen. Klar, dass sich Kinder bei einem konventionellen Lauftreffangebot verloren fühlen – eine Stunde laufen? Und das noch mit meist älteren, weitgehend fremden Menschen? So haben wir die Laufzeit auf eine halbe Stunde verkürzt und die Kinder laufen zusammen mit Eltern und befreundeten Familien. Das Konzept ist aufgegangen: Bei der Gründung des Familienlaufs waren gerade mal 2 Kinder in der Langlaufabteilung gemeldet, heute sind es 40.

Mit dem Gewinn der Altersklasse Männliche Jugend B schaffte bereits Daniel Potapczuk den Sprung von den Schülern zu den Erwachsenen. Wem trauen Sie als nächstes diesen Sprung aus ihren Reihen zu?

Andrew Potapczuk: Das ist schwer zu sagen, denn es liegt in der Natur der Dinge, dass Jugendliche sich neu orientieren. Sie entdecken andere Interessen und entziehen sich allmählich dem Einfluss der Eltern. Ein Blick in die Finisher-Statistik des MLC verrät, dass die Jugend-Klassen in Vergleich zu den Schülerklassen viel dünner besetzt ist. Dennoch: Daniel ist bei der Stange geblieben und wurde dafür 2010 mit dem AK-Sieg belohnt. Wenn ich die Entwicklung bei unserem Nachwuchs verfolge, stelle ich fest, dass die älteren Schülern seit neustem hin und wieder beim „normalen“ Lauftreff mitlaufen: ein Zeichen, dass das Interesse am Laufen eher steigt als schwindet. Es dauert noch 2-3 Jahre, aber ich gehe davon aus, dass dann die Namen Sanna, Möser und Glaum in den Jugendklassen auftauchen.

Ist der Schülercup eine gute Grundlage, um den Nachwuchssport zu fördern? Macht es den Kids Spaß bei den regionalen Läufen zu starten?

Andrew Potapczuk: Ja sicher, denn in den meisten Fällen sind die Schülerläufe gut organisiert, und außerdem werden Medaillen und Urkunden verteilt. Und mit etwas Glück springt sogar ein Podestplatz dabei heraus, der meist mit einem Pokal oder einem Sachpreis geehrt wird.

Wie motivieren Sie den Nachwuchs zum Laufsport zu kommen und am Ball zu bleiben? Gibt es für die Schüler bereits Vorbilder?

Andrew Potapczuk: Wir versuchen, den Familienlauf so attraktiv wie möglich zu gestalten. Dieses Jahr veranstalten wir zum Beispiel zum dritten Mal den sogenannten Etappenmarathon, bei dem Kinder ihre Kilometer, die sie beim Lauftreff zurückgelegt haben, auf eine persönliche Karte eintragen bis sie 40 Kilometer erreicht haben. Die restlichen 2,2 Kilometer, die zur Marathondistanz fehlen, werden in einer gemeinsamen Abschlussveranstaltung zurückgelegt. Das gibt den Kindern einen zusätzlichen Anreiz zum Lauftreff zu kommen und es macht ihnen Spaß, Woche für Woche ein paar Felder mehr auf der Karte auszufüllen. Außerdem kombinieren wir zu besonderen Anlässen wie Fasching, Ostern, Zeitumstellung, Nikolaus und Silvester den Sport mit Feiern, Geselligkeit und guter Laune. Mit solchen Aktionen stellen wir sicher, dass Gemeinschaft und Zusammenhörigkeit bei einer Sportart wie Laufen, die vorwiegend eine Einzelsportart ist, erhalten und gefördert wird.

Bekommen ihre Schüler das Training und die Teilnahme an den Volksläufen neben dem Schulstress und sonstigen Freizeitaktivitäten vereinbart?

Andrew Potapczuk: Ich glaube schon, sonst würden sie sicherlich den Laufsport stark zurückfahren oder sogar streichen müssen.

Welche Wünsche und Ziele haben Sie mit ihrer Jugendabteilung für die Main-Lauf-Cup Saison 2011?

Andrew Potapczuk: Dass noch mehr Steinberger Laufkids in dieser Saison am BBF Junior-MLC teilnehmen und nächsten Januar bei der schönen Siegerehrung in den Römerhallen dabei sind. Wenn sie an den beiden Veranstaltungen teilnehmen, bei denen sie traditionell am stärksten vertreten sind – nämlich unser eigener Volkslauf und der Mini-Marathon – haben sie schon die halbe Miete. Wenn Podestplätze dabei herausspringen, um so schöner, aber das muss nicht unbedingt sein. Nach dem Motto „Dabei sein ist alles“ wollen wir das Gemeinschaftsgefühl weiter stärken, damit die Laufkids weiterhin Spaß am Laufsport haben.

Ausgenommen der Steinberger Volkslauf, hat die Gruppe einen Lieblingslauf in der Serie? Wenn ja, warum?

Andrew Potapczuk: Viele der Veranstaltungen in der Serie sind schön. Aber unser persönlicher Favorit ist der Rodheimer Volkslauf, weil sich die Rodheimer immer viel einfallen lassen und ihre Veranstaltung mit viel Liebe und Begeisterung durchführen. In Rodheim fühlen wir uns einfach rundum wohl. Schade finde ich auch, dass der Lauf in Nieder-Erlenbach aus der Serie gestrichen wurde, da gehen wir auch schon seit Jahren sehr gerne hin.


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