Main Lauf Cup

Matthias Winnhauer: „Es gibt keine Wunder - nur Training“

Matthias Winnhauer (Foto: Markus Heidl)

Hallo Matthias, Glückwunsch zur neuen persönlichen Bestzeit beim Frankfurter Halbmarathon. Wie verlief das Rennen aus deiner Sicht und hattest du damit gerechnet?
Matthias Winnhauer: Ich hatte seit Dezember nach Trainingsplan auf den Halbmarathon hin trainiert und konnte das Training auch nahezu störungsfrei durchziehen. Die guten Zeiten in den Läufen der Jügesheimer und Seligenstädter Winterlaufserien ließen schon auf einen guten Halbmarathon hoffen. Einen kleinen Dämpfer bekam mein Optimismus allerdings, als ich 10 Tage vor dem großen Lauf doch noch vom Schnupfen erwischt wurde. 6 Tage Zwangspause haben dann schon ein paar Fragezeichen auftauchen lassen und mich ganz schön gestresst. Zum Glück war ich zum Termin wieder soweit hergestellt, dass ich mir zutraute, mit 100% Einsatz ins Rennen zu gehen.
Der Lauf selbst war für mich ziemlich vom Wind geprägt. Um nicht alleine im Wind zu laufen, musste ich schon früh in einer Gruppe mitgehen, die mich ganz schön forderte. Zum Glück hat sich das hohe Anfangstempo am Ende nicht gerächt. Die letzten 7-8 Kilometer hatte ich dann noch einen Begleiter gefunden, mit dem ich mich schön in der Führungsarbeit im Wind abwechseln konnte. Das hat prima gepasst. Dass es am Ende eine neue PB geworden ist, freut mich natürlich, aber viel mehr freut es mich, dass ich den Lauf überhaupt voll laufen konnte und mein Trainingsaufwand letztendlich belohnt wurde.

Bereits im letzten Jahr konntest du sehr lange über die Saison deine tolle Form halten und viele persönliche Erfolge feiern. Hast du ein Geheimrezept hierfür?

Matthias Winnhauer: Mein Motto lautet „Es gibt keine Wunder - nur Training“ und das ist dann auch schon das ganze Geheimnis. Das funktioniert natürlich nur, wenn man gesund bleibt und das Training wie geplant durchziehen kann. Da das über die ganze Saison 2015 bei mir der Fall war, kam die Verbesserung der Leistung schon fast zwangsläufig. Einen zusätzlichen Schub gibt es mir dann auch immer, wenn ich plötzlich Läufer schlagen kann, hinter denen ich in den Vorjahren nur herlaufen konnte. Wenn diese Sportkameraden dann auch noch aufmunternde und anerkennende Worte für mich haben, geht’s gleich noch mal besser.

Wie sieht Dein wöchentliches Lauftraining in der Regel aus?
Matthias Winnhauer: Ich orientiere mich an frei zugänglichen Trainingsplänen aus dem Internet. Diese passe ich dann gerne auf meine aktuelle Situation und Saisonplanung an. Zum Beispiel lasse ich schon einmal einen regenerativen Lauf ausfallen und gehe dafür lieber auf’s Rad. Ich habe auch schon lange Radausfahrten an die Stelle von langen Läufen gesetzt. Das hilft mir, eine Überlastung durch zu viele Laufeinheiten pro Woche zu vermeiden. In der HM-Vorbereitung hatte ich im Schnitt 5 Laufeinheiten mit 60-70 km, plus zwei Radeinheiten mit insgesamt 80 km in der Woche.

Gibt es noch weitere Sportarten, die du betreibst, und wie sieht es mit alternativem Training bei dir aus?
Matthias Winnhauer: Wie bereits erwähnt fahre ich gerne Rad. Dort liegen ja auch meine sportlichen Wurzeln. Daher nutze ich das Rad auch gerne im Alltag, zum Beispiel für den Weg zur Arbeit. Wenn das allseits beliebte Stabi-Training zu den alternativen Sachen gehört, betreibe ich auch alternatives Training. Ich versuche diese Übungen zweimal pro Woche ins Programm mit einzubauen. Das hat bisher auch ganz gut klappt und für mich einen absolut positiven Effekt. Zusätzlich nutze ich seit diesem Jahr fast täglich die Black-Roll. Ich habe das Gefühl, dass ich seit dem schneller und besser regeneriere und auch weniger muskuläre Beschwerden habe. Kann ich nur empfehlen.

In wenigen Wochen findet der Seligenstädter Wasserlauf statt. Freust Du Dich bereits auf das Event und was hast Du Dir vorgenommen?

Matthias Winnhauer: Ich freue mich immer wenn ein Wettkampf ansteht. Da ist der Wasserlauf zum Glück keine Ausnahmen. Bisher bin ich in Seligenstadt immer die 10er Strecke gelaufen. Vielleicht versuche ich mich in diesem Jahr einmal an den 25 Kilometern. Die Entscheidung werde ich aber eher kurzfristig treffen und warte erst noch einmal ab, wie ich mich vom Halbmarathon erhole. In Seligenstadt ist eine späte An- oder sogar Nachmeldung ja nie ein Problem.

Hast Du generell einen Lieblingslauf in der Serie? Wenn ja, weshalb?
Matthias Winnhauer: Über die Antwort zur dieser Frage habe ich schon oft nachgedacht, wenn ich eure Interviews mit den anderen Läufern gelesen habe. Eigentlich ist es ungerecht einen Lauf besonders hervorzuheben. Alle Veranstaltungen haben ihren eigenen Charme und zu keiner hätte ich bis jetzt Kritikpunkte gehabt. Aber so einen kleinen Favoriten habe dann doch: Rodheim. Zwar ist der Samstagnachmittag nicht mein Lieblingszeitpunkt um Rennen zu laufen, aber ich mag diese Veranstaltung. Die offene Landschaft, die abwechslungsreiche und fordernde Strecke, das hat schon was. Außerdem ist dort gefühlt immer der ganze Ort auf den Beinen und sorgt für gute Stimmung rund ums Veranstaltungsgelände. Die gute Orga und die schöne neue Halle runden für mich das Bild dann ab.

Was gefällt Dir am Main-Lauf-Cup besonders gut und was könnte man aus deiner Sicht noch verbessern?
Matthias Winnhauer: Am Main-Lauf-Cup gefällt mir das interessante Zusammenspiel von lokalen Veranstaltungen und zentral organisiertem Rahmen. Jede Veranstaltung hat ihre eigenen Traditionen und Besonderheiten und doch kann ich mich als Teilnehmer auf bestimmte Punkte überall verlassen. Vor allem die immer vertretenen Serien-Sponsoren schaffen ein vertrautes Gefühl und ich weiß jederzeit, was mich vor Ort erwartet.
Und natürlich das Highlight der Main-Lauf-Cup Serie: die Siegerehrung im Frankfurter Römer. So etwas dafür geboten zu bekommen, dass ich das ganze Jahr nur das gemacht habe, was ich sowieso am liebsten tue - Rennen laufen - ist sensationell und immer wieder beeindruckend. Vielen Dank dafür!

2015 hast du alle zehn Läufe des Cups absolviert und hast dir mit Rolf Ciesielski ein enges „Duell“ in der Gesamt- und Altersklassenwertung geleistet. Was ist Dein Ziel für dieses Jahr im Main-Lauf-Cup?
Matthias Winnhauer: Das Duell mir Rolf ist nur auf dem Papier wirklich eng. Dem Serien-Modus und den Bonuspunkten sei es gedankt. Im direkten Vergleich hatte und habe ich gegen Rolf keine Chance. Der Kerl ist einfach immer sauschnell unterwegs. Aber das stört unsere Freundschaft überhaupt nicht. Wir laufen ja sowieso nur, um nach dem Lauf noch schön zusammen zu sitzen und die Veranstaltung richtig ausklingen zu lassen.
Direkt vorgenommen habe ich mir für die Serie 2016 nichts. Gesund bleiben und die die Serie wieder komplett bestreiten, das wäre schon toll. Dabei möchte ich gerne an die guten Leistungen von 2015 anknüpfen und vielleicht, an einem wirklich guten Tag, die 36 Minuten-Marke für die 10 Kilometer knacken.
Ansonsten werde ich wahrscheinlich den Schwerpunkt etwas mehr auf die HM-Distanz legen, um den nächsten sportlichen Schritt solide vorzubereiten.

Willst du irgendwann einmal einen Marathon laufen?
Matthias Winnhauer: Ganz klar: Ja.
Irgendwie ist das ja eine zwangsläufige Entwicklung. Alle um mich herum haben es schon gemacht oder versucht und sagen mir immer, „das musst du machen, das schaffst du auch“. Und inzwischen habe ich das Gefühl, dass ich tatsächlich soweit bin. Also werde ich es in diesem Jahr einmal mit dem Frankfurt Marathon versuchen.
Klar, es ist ein weiter Weg, auf dem viel passieren kann, aber die Absicht ist da. Das wird eine spannende Zeit bis zum 30. Oktober und ich freu mich schon drauf, die Läuferwelt jenseits der 30 Kilometermarke zu erforschen.


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