Main Lauf Cup

Tinka Uphoff im Interview- „Deutschlands schnellste Juristin“

Tinka Uphoff (Foto: Isaak Papadopoulos)

Persönliche Bestzeit in 2:41:35 Stunden beim Mainova Frankfurt Marathon und Vierte der Deutschen Marathon Meisterschaften. Wenn du zurückblickst, was bleibt dir in Erinnerung?
Tinka Uphoff: Große Freude und ein emotionaler Zieleinlauf. 2016 war für mich aus Läuferperspektive kein gutes Jahr: beim Marathon in Hamburg musste ich aufgeben und dann kam ich das ganze Jahr nicht richtig in Schwung. Ich habe für Frankfurt trainiert, aber der Ausstieg in Hamburg hatte sich im Kopf festgesetzt: Was, wenn ich es wieder nicht schaffe? Dank der großen Unterstützung von Niels Bubel, Natascha Schmitt und meinem Trainer Kurt Stenzel ging ich einigermaßen ruhig ins Rennen. Und dann wusste ich vor dem Zieleinlauf in Frankfurt: das gibt eine neue Bestzeit; völlig unerwartet! Der Zieleinlauf in die Festhalle ist immer toll, aber diesmal bedeutete er das Ende einer schlechten Saison und war daher doppelt toll! Ich erinnere mich weiter an den großen Support, den ich auf vielen Ebenen erfahren habe; auch vom Veranstalter. Das hat mir wahnsinnig geholfen.
Wie hast Du die trainingsfreie Zeit nach dem Marathon genutzt?
Tinka: Ich habe Urlaub gemacht und bin nach Malaysia und Hong Kong gereist. Das war meine erste Reise außerhalb Europas und es war toll! Ich habe eine Freundin bei ihrem Ironman begleitet und wir haben uns Langkawi angesehen und sind anschließend zum Städtetrip nach Hong Kong. Insgesamt waren es vier so gut wie sportfreie Wochen und ich habe mich so erholt, dass ich am Schluss dachte: Ein bisschen Bewegung wäre jetzt aber schon schön…
Mit Deiner Zeit bist Du „Deutschlands schnellste Juristin“ – wie fühlt sich dieser Titel an?
Tinka: Besonders. Und ab und an fühlt es sich gut an, sich vor Augen zu führen, was für eine Leistung das alles ist. Dennoch: etwas ehrgeizig bin ich noch und bis zur absoluten deutschen Spitze ist auch noch Platz…
Wie schaffst Du es Beruf und Sport zu vereinbaren?
Tinka: Spaß, Disziplin und ein gutes Umfeld! Das sind die drei Faktoren, die für mich vorhanden sein müssen. Ohne Spaß an der Sache kann ich mich nicht reinknien, ohne Disziplin werden Träume keine Wirklichkeit und fehlender Support im Umfeld bremst. Das gilt für mich nicht nur für den Sport. Und wenn sich dann noch Sport und Beruf ergänzen, weil der Beruf den Kopf und der Sport den Körper fordert, ist ziemlich viel zu schaffen.
Was macht für Dich das Laufen aus?
Tinka: Das Laufen ist ein guter Ausgleich für meine sitzende Tätigkeit und macht den Kopf frei, weil ich in der Zeit, in der ich trainiere, mit was völlig anderem beschäftigt bin – dem Laufen. Wichtig ist auch, dass ich viele Freunde habe, mit denen ich zusammen trainieren kann. Da macht alles doppelt so viel Spaß und eine harte Einheit geht viel leichter. Durch das Laufen habe ich daher einiges gelernt: durchhalten zahlt sich aus, nach Anstrengung ist die Entspannung doppelt schön und Freunde machen vieles leichter. Vieles davon kann ich auf einige Situationen in meinem Leben anwenden. Das Laufen ist damit ein wichtiger Ausgleich für mich.
Persönliche Bestzeit im letzten Jahr – was sind Deine Ziele für das Laufjahr 2017?
Tinka: Weitere neue Bestzeiten wären schön. Und wenn ich im Plural spreche, meine ich auf verschiedenen Strecken. Im Marathon und im Halbmarathon würde ich mir eine neue schnelle Zeit wünschen. Ich bin motiviert und das Training läuft im Moment gut. Wenn das so bleibt, hoffe ich, einen guten Frühjahrs- und einen guten Herbstmarathon zu laufen. Davor und dazwischen bleibt hoffentlich Zeit für ein paar andere Distanzen.
Für den Frankfurter Mainova Halbmarathon bist Du bereits gemeldet – freust Du Dich auf den Startschuss in die Wettkampfsaison und was hast Du Dir vorgenommen?
Tinka: Klar freue ich mich auf das Rennen, bei dem mein Verein der Ausrichter ist. Ich werde viele bekannte Gesichter sehen und es wird tatsächlich ein erster Test vor meinem Frühjahrsmarathon werden. Mein Ziel ist, ein schnelles Rennen zu laufen. Wie schnell, kann ich im Moment noch nicht sagen. Das hängt davon ab, wie das Training weiter läuft. Das letzte Jahr hat mich gelehrt, etwas vorsichtig zu sein mit Prognosen über Zeiten.
Der Halbmarathon und der Marathon in Frankfurt sind beides schnelle Strecken, was macht das Frankfurter Pflaster so schnell?
Tinka: Zum einen gibt es, wenn man von ein paar Brücken absieht, kaum Steigungen. Zum anderen sind die Läufe in Frankfurt eigentlich immer gut besetzt – das zieht und es findet sich immer jemand, mit dem man mitlaufen kann. Nicht zuletzt ist die Stimmung an der Strecke super gut! Auch das motiviert und kann einem zur Bestzeit verhelfen.
Für jemand, der Frankfurt noch nicht kennt: „Frankfurt – eine geile Stadt“ – würdest Du es unterschreiben und wenn ja, warum?
Tinka: Auf jeden Fall! Frankfurt ist eine Sportstadt mit Herz: es gibt viele Sportangebote, -möglichkeiten und Lauftreffs, wie zum Beispiel den vom Frankfurter Laufshop, die sich über Jahre entwickelt haben und bei denen jeder, unabhängig vom Leistungsniveau, gleichgesinnte und nette Leute zum Trainieren treffen kann. Ein Traum für mich! Aber auch für alle, die Angebote über den Sport hinaus wollen, bietet Frankfurt eine Menge. Kurz: einfach super!
Viel Erfolg für Dein „Heimatrennen“ am 12. März!


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